Es entsteht eine Form, die mich in Frage stellt

Wann
Vom 9. Mai 2026 bis zum 7. Juni 2026
Wo
Std
Einweihung – Samstag, 9. Mai 2026 um 17:00 Uhr / Von Donnerstag bis Sonntag von 16:00 bis 19:00 Uhr
Typologie
Es entsteht eine Form, die mich in Frage stellt

Sechzehnte Ausstellung der Reihe "OMG – grandArte 2025-2026 – Die Grenzen des Heiligen"

Einweihung am Samstag, den 9. Mai 2026 um 17:00 Uhr

Vom 9. Mai bis zum 7. Juni 2026

Die Peano Foundation freut sich, die Einzelausstellung „Emerge forma che mi interroga “ von Guido Navaretti (Turin, 1952) zu präsentieren, kuratiert von Ivana Mulatero. Die Ausstellung bietet eine umfassende und detaillierte Retrospektive, die über vierzig Jahre des Schaffens des Künstlers dokumentiert – von seinen ersten Tuscheexperimenten im Jahr 1982 bis zu seinen jüngsten Methacrylat-Radierungen aus dem Jahr 2026.

Die Ethik des Stichels und des „langsamen Pflugschars“. Nach seiner Ausbildung an der Albertina Academy of Fine Arts unter der Anleitung der Meister Mario Calandri und Francesco Franco entwickelte Navaretti eine eigenständige Bildsprache, die sich um den Stichel. Für den Künstler ist dieses Instrument kein bloßes Werkzeug, sondern eine „langsame Pflugschar“ , die Ethik und Konzentration vermittelt und die Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit der modernen Gesellschaft offen infrage stellt. Der Akt des Gravierens wird so zur Aufzeichnung gelebter Zeit, wobei die Matrize als Seismograf der Existenz fungiert und in jedem Millimeter Ausgrabung wochenlange Reflexion speichert.

Der „Wechsel der Hemisphäre“: Von Metall zu Plexiglas. Ein zentraler Punkt der Ausstellung ist die Geschichte des sogenannten „Wechsels der Hemisphäre“ von 1999: der Übergang von der traditionellen Kreidezeichnung zum hochwertigen Druck (Xylografie) auf Plexiglas-Matrizen (Methacrylatdruck). In dieser „neuen Welt“ konfrontiert Navaretti die absolute Herrschaft des Schwarz, einer matten Oberfläche, die durchbrochen werden muss, um Licht freizulegen. Das gravierte Zeichen verwandelt sich in ein „erhaltenes Zeichen“: ein Strahl weißen Lichts, der aus der typografischen Dunkelheit hervortritt und die fremdartige Natur der dunklen Oberfläche durch ein unendliches Netz von Mikro-Einschnitten zähmt.

Die Entstehung des Werkes: eine Form, die Fragen aufwirft. Der Titel der Einzelausstellung unterstreicht Navarettis einzigartige Poetik, die nicht auf vorgefertigten Skizzen basiert, sondern auf „sukzessiven Zuschreibungen“. Das Bild wird Tag für Tag neu geformt; der Künstler wartet darauf, dass aus den unendlichen Möglichkeiten eine kraftvollere Form entsteht, die ihn hinterfragt und den Faden eines fantasievollen Gedankens freilegt. Der Titel des Werkes erscheint erst am Ende dieses Prozesses, wie eine Zusammenfassung einer gelebten Erfahrung, die dem Verlassen der Matrix und dem Neubeginn an anderer Stelle Sinn verleiht.

Eine Reise des künstlerischen Widerstands. Die rund sechzig ausgestellten Werke laden den Betrachter zu einer Übung im „visuellen Zuhören“ ein. Von den Zinkarbeiten aus dem Jahr 2001 bis hin zu den großflächigen Methacrylat-Szenarien nimmt Navarettis Stil die Form eines „leise gesprochenen Gebets“ an, einer körperlichen Notation, die illusionistische oder fotografische Darstellung ablehnt, um die Ehrlichkeit der Gravurtradition wiederzuentdecken.

Guido Navaretti, dessen Druckgrafiken in renommierten internationalen Institutionen wie dem Victoria and Albert Museum in London und dem China Printmaking Museum in Guanlan aufbewahrt werden, bestätigt mit dieser Ausstellung seine herausragende Stellung im Panorama der zeitgenössischen Grafik.

Die Ausstellung wird von einem Katalog begleitet, der eine Einleitung von Ezio Ingaramo, kritische Essays von Nicola Micieli, Ivana Mulatero und Gianfranco Schialvino sowie Anmerkungen und Betrachtungen von Guido Navaretti enthält.

Die Ausstellung ist Teil der Reihe „OMG – grandArte 2025-2026 – Die Grenzen des Heiligen“ und wird vom Verein Incisori Contemporanei gefördert.

Die Ausstellung „Emerge forma che mi interroga“ von Guido Navaretti ist noch bis zum 7. Juni 2026 zu folgenden Zeiten geöffnet : Donnerstag bis Sonntag, 16:00 - 19:00 Uhr.

Freier Eintritt.

Information
Veranstalter
Peano-Stiftung – grandArte Kulturvereinigung
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